Polnische Ostsee – Urlaub in Polen Teil 2

by Katja

Diesmal befand sich unsere Unterkunft in Rogowo, einem Dorf etwa 20 Km von Kolberg entfernt. Ziel dieser Reise war es einfach bisschen herunterzukommen, Ruhe genießen und meinen Drang nach Meer an der polnischen Ostsee zu besänftigen. Im September war es bereits absolute Nebensaison, demzufolge haben wir kaum andere Touristen getroffen. ?

Übernachtet haben wir in einer relativ neu gebauten Wohnanlage. Im Netz hatten wir beim Buchen mehrere Wohnungen genau dieser Anlage gesehen. Die Wohnung war modern und erfüllte anbei unser Kriterium von zwei Fernsehern. ? Wir hatten unsere Konsolen eingepackt und wollten gemeinsam zocken. Das Wetter war eh durchwachsen gemeldet. ?
Auch auf dem Gelände war sehr wenig los. In der Tiefgarage standen kaum weitere Autos. So konnten wir mit den Skateboards Slalom um die Säulen der Garage fahren auf perfekten, ruckelfreien Untergrund. ?

Rogowo kann man als Ferienort bezeichnen. Riesige Anlagen für Touristen und Baustellen, die weitere davon heranziehen. Es hat mir nicht gefallen, dass dort alles zugepflastert wird. Es war wirklich sehr sauber und auch ästhetisch, aber einfach zu viel. Zum einen wird Natur dafür geopfert, zum anderen bringt eine steigende Anzahl an Touristen weitere Probleme für die Umwelt vor Ort mit sich.

Muscheln, Sand und Quallen in der polnischen Ostsee ?

Wie im Urlaub in Polen zuvor war der Strand sehr sauber und wir trafen kaum andere Menschen. Obwohl es schon recht kalt war, sind wir oft barfuß gelaufen und manchmal bis zu den Knien ins Wasser gegangen. An einem Tag, an dem das Meer sehr ruhig war, konnte ich ziemlich weit hineingehen. Vermehrt waren an diesem Tag auch Quallen im Wasser, sogar kleine Fische schwammen nur wenige Zentimeter vor mir. ?

Drohnenaufnahme der Ostsee

Wenn Du Muschelsammler bist, wirst Du vor allem viele kleine, weiße Herzmuscheln finden. Ich habe kaum andere gefunden und wenn, dann nur zerbrochen. ?
Neben normalen Stockenten und Möwen, waren zudem recht große Kormorane auf den Buhnen.
Auch der Wald, der zwischen Strand und Wohnungsanlage lag, war sehr schön. Es gab viele Kiefern und er war recht hell, fast wie in einem Park. Außerdem war er leicht mit Gras bewachsen. Unsere dunklen Fichtenwälder haben eine ganz andere Atmosphäre. ?

Stockenten in der polnischen Ostsee

„Man hat ja seine Vorbehalte“ ?

Da wir in einer Ferienwohnung waren, mussten wir uns selbst versorgen. Einkaufsmöglichkeiten waren nur 5-10 Autominuten entfernt. Nichtsahnend liefen wir aus dem Supermarkt zu unserem Auto, als ein „Glück auf!“ und ein winkender, älterer Mann auf uns zu lief. Oh nein… Ich befürchtete, dass es ein Bekannter meines Freundes ist, denn das Gesicht sagte mir gar nichts. Es war noch besser, wir kannten ihn beide nicht und er sprach uns einfach an, weil er unser Kennzeichen gesehen hat. ? Naja…dann hat man sich kurz unterhalten. Was sich im Gespräch abzeichnete, waren begeisterte Worte für die Gegend und das Wellnessangebot des Hotels. ?
Mit dem Satz „Man hat ja seine Vorbehalte“ wurde, aber auch wieder deutlich, wie manifestiert Vorurteile heutzutage noch sind. „Fahrt ihr hier rum? Ich hab ja die Lenkradkralle dran.“ Also bei weitem braucht man keine Sorgen haben, dass das eigene Auto in Polen eher geklaut wird als in Deutschland..uff. Nachdem wir einen Umriss seines Urlaubs und Lebens erfahren durften, trennten sich unsere Wege und wir hofften, dass sie sich auch nicht wieder kreuzen würden.

Das Sahnepfötchen

„Ist Ist Ist das ein Katzencafé? ?“ Total überrascht blieb ich an einem Schaufenster in Koszalin stehen, hinter welchem sich mehrere junge Katzen gemütlich räkelten und ein Schläfchen hielten. Bisher hatte ich im Internet schon so etwas gesehen, aber noch nie live. Was blieb mir also übrig, als mir das einmal aus der Nähe anzusehen. ?‍♀️
Also gingen wir rein, ich bestellte mir einen Latte Macchiato und mein Freund einen Kakao. Uns würde alles an den Tisch gebracht werden und wir können uns schon einen Platz suchen. Also gingen wir einen Raum weiter, in dem die kleinen Schnurrnasen schliefen. Überall waren Kletter- und Schlafmöglichkeiten für die Katzen. Was direkt auffiel und vielleicht für den ein oder anderen ein Ausschlusskriterium für den Besuch eines Katzencafés ist – der Geruch. Es hat schon stark nach Katzen gerochen, ähnlich eines Tierheims oder Zoohandlung wo viele Tiere sind.

Ein abgekatertes Spiel

Überall waren Hinweisschilder angebracht, wie man sich verhalten soll, um die Tiere nicht zu stören oder gar zu bedrängen. Auch spezielle Bereiche, die nur die Katzen betreten können, wenn sie sich komplett zurückziehen möchten.
Nach kurzer Zeit kamen unsere Getränke und nicht nur die. ? Ein kleines schwarzes Kätzchen erwachte und lief zunächst zu einem anderen Gast, bevor sie sich auf den Weg zu uns machte. Zielgerichtet lief sie zum Tisch und sprang mir auf den Schoß. Wir schmusten etwas und dann wollte sie über den Tisch. Mein Freund schnappte sie und nahm sie auf seine Beine. Doch ihr Plan war ein anderer. ? Blitzschnell zog sie ihre Pfote einmal durch die große Sahnehaube des Kakaos und kralle sich ihre Portion davon. Während wir noch verdutzt waren und realisierend zu lachen begannen, schleckte sie genüsslich ihre Pfote ab. Das war nicht das Werk eines Anfängers, das war eine gut einstudierte Masche. ?

Fazit des Besuchs: Ich stelle mir das schön vor für Leute, die selbst kein Haustier halten dürfen und es hat schon Spaß gemacht. Andererseits bin ich es selbst gewohnt, dass Katzen eher draußen und frei sind. Deswegen bin ich etwas hin- und hergerissen, ob ich das Konzept gut finde. Ich kann aber nicht leugnen, dass ich meine Freude an den Schnurrnasen hatte. ?

Mach Dir am besten selbst ein Bild von einem solchen Café. In Deutschland hat sich der Trend aus Japan auch in vielen Großstädten bereits etabliert. Im folgenden Video kannst Du Dir einen ersten Einblick in das Katzencafé „Katzentempel“ in Leipzig holen:


Drama Lama – Alpakawanderung

Wir hatten schon eine Weile den eine Alpakawanderung auf unserer To-Do Liste stehen und nie hat es sich daheim ergeben. Doch bei einer Recherche, was wir im Umfeld uns anschauen könnten, eröffnete sich uns auch zufällig dieses Erlebnis.
Als wir auf dem Hof ankamen, auf dem neben den Alpakas auch Schafe, Pferde und Waschbären lebten, wurden wir erst einmal von den Hunden begrüßt. Doch es dauerte nicht lange und uns wurde eine Führungsleine mit zwei Alpakas am anderen Ende in die Hände gedrückt. Meins hieß Olaf und hat, Überraschung, weiße Wolle. ? Das meines Freundes war graubraun und hieß Paco. In die andere freie Hand wurde uns ein kleiner Eimer mit geschnittenen Möhren gegeben. Ein paar kurze Worte zu den Tieren, wie wir mit ihnen umgehen sollen und dann ging es los. Begleitet wurden wir natürlich von einer der Besitzer. Nach einem kurzen Abschnitt an der Straße ging es in den Wald bis zu einer Wiese, auf der wir die beiden mit den Möhren futtern konnten und ein paar Bilder machen. Nach einer Runde über die Wiese ging es wieder zurück. Wir waren vielleicht insgesamt 45 Minuten unterwegs.

Ich muss sagen mich hat es gar nicht gecatched, mein Freund hingegen war begeistert von den Tieren.
Man muss eben wissen, dass Alpakas sich nicht gern anfassen lassen. Es gibt ein paar Ausnahmen, die man streicheln kann, aber grundlegend sind es keine Kuscheltiere. Außerdem sind es Fluchttiere und das fiel mir bei Paco besonders auf. Beide Tiere waren sehr aufmerksam. Doch während Olaf entspannt mit mir zur Seite ging und wartete, war Paco recht schreckhaft und misstrauisch. Das hat mir einen sehr faden Beigeschmack verpasst, dass ich am Ende sagte, ich wäre lieber mit den Hunden ihre Runde gelaufen anstelle der Alpakas.

Ich habe im Nachhinein etwas im Netz recherchiert, ob solche Wanderungen denn den Tieren gefallen und bin dabei auf einen Peta Zwei Beitrag gestoßen, der solche Wanderungen sogar als Quälerei betitelt. Auch war ich auf Seiten von Veranstaltern von Wanderungen, die wiederum sagen, dass sie natürlich die Grenzen der Tiere einhalten und immer auf deren Wohl bedacht sind. Nun bin ich kein Alpaka und kann nicht beurteilen, wie sehr sie das nun mögen oder nicht. Man sollte aber als Teilnehmer einer solchen Wanderung sich bewusst darüber sein, dass es Lebewesen sind, Geduld und ein Auge darauf haben wie die Umstände sind. Alpakas an sich sind aber unbestreitbar sehr niedlich, ebenso wie die Geräusche, die sie von sich geben. ?

Zusammenfassung des zweiten Polen Urlaubs ✅

Dadurch, dass wir eigentlich nur den Plan hatten nichts zu machen war alles ziemlich stressfrei. Alles, was wir unternommen haben, haben wir erst vor Ort recherchiert und geplant. Wenigstens einmal am Tag raus und eine Runde am Strand entlang laufen, war unser Richtwert. Die Unterkunft war super, die bebaute Gegend hat mir allerdings nicht gefallen. Ich glaube nach Rogowo würde ich persönlich nicht nochmal reisen. Nächstes Mal lieber etwas zeitiger buchen und dann ein Haus abseits der Zivilisation. ?
Mir gefällt auch insgesamt der Beach- und Surflifestyle mehr. Das wäre, wenn man am entsprechenden Spot nächtigt, anstatt bis Danzig zu gurken, auch entspannter. Ich denke, wenn wir wieder an die polnische Ostsee fahren sollten, wird es ein Kombi aus beidem.

Welchen Ort am Meer magst Du am liebsten? Ist Urlaub für Dich eher aktiv etwas zu unternehmen oder auch mal alle Vier gerade sein lassen? Schreibe gern einen Kommentar. ?

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